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Ratgeber · Grundlagen

Roman schreiben: In neun Schritten von der Idee zum fertigen Manuskript

Einen Roman zu schreiben ist weniger eine Frage von Talent als von Handwerk und Ausdauer. Dieser Leitfaden führt dich durch alle Schritte, von der ersten Idee bis zum überarbeiteten Manuskript, und zeigt, wo du tiefer einsteigen kannst.

Iron SalehAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

01Der Weg im Überblick

  • Idee und Prämisse finden
  • Genre, Zielgruppe und Umfang festlegen
  • Figuren entwickeln
  • Den Plot planen, grob oder genau
  • Recherche und Weltbau
  • Die Rohfassung schreiben
  • Überarbeiten in drei Durchgängen
  • Testleser, Lektorat und Korrektorat
  • Veröffentlichen: Verlag, Agentur oder Selfpublishing

Die Reihenfolge ist kein Gesetz. Viele Autorinnen springen zwischen Figuren, Plot und Weltbau hin und her, bis die Geschichte trägt. Wichtig ist nur, dass du irgendwann mit der Rohfassung beginnst und sie beendest.

02Idee und Prämisse

Am Anfang steht oft eine Frage: Was wäre, wenn …? Was wäre, wenn eine Kartografin entdeckt, dass ihre eigene Karte ein Dorf verschweigt? Aus so einer Frage wird eine Geschichte, sobald eine Figur etwas will und etwas Wichtiges auf dem Spiel steht.

Fasse deine Idee in einer Prämisse zusammen, einem Satz mit vier Teilen: Figur, Ziel, Hindernis, Einsatz. Zum Beispiel: „Eine junge Kartografin muss das verschwiegene Dorf finden, bevor die Landvermessung es für immer von der Karte tilgt, und riskiert dabei ihre Stelle und den Ruf ihres Vaters.“

03Genre, Zielgruppe und Umfang

Jedes Genre weckt Erwartungen. Ein Krimi braucht ein Verbrechen und eine Auflösung, ein Liebesroman ein Paar, das zueinanderfindet, Fantasy eine Welt mit eigenen Regeln. Du darfst Erwartungen brechen, aber du solltest wissen, welche du brichst.

Auch der Umfang hängt am Genre. Als grober Richtwert haben viele Romane zwischen 70.000 und 100.000 Wörtern, also etwa 280 bis 400 Normseiten. Fantasy darf oft länger sein, Kinder- und Jugendbücher sowie viele Liebesromane sind kürzer.

04Figuren entwickeln

Leserinnen folgen einer Geschichte wegen der Figuren. Eine tragende Figur braucht ein äußeres Ziel (was sie will), ein inneres Bedürfnis (was sie eigentlich braucht) und einen Fehlglauben, der ihr im Weg steht. Die Spannung zwischen Wollen und Brauchen trägt den Figurenbogen.

Wie du Figuren Schritt für Schritt aufbaust, mit Steckbrief-Vorlage und zwölf Fragen, steht im Ratgeber Figuren entwickeln.

05Den Plot planen

Manche planen jede Szene vorab, andere schreiben drauflos und entdecken die Geschichte beim Schreiben. Beides funktioniert. Hilfreich ist für fast alle ein Grundgerüst: Anfang, Wendepunkt, Mitte, Krise, Höhepunkt, Ende.

Die drei bekanntesten Modelle, Drei-Akt-Struktur, Heldenreise und Szenenkarten, vergleicht der Ratgeber Plot planen.

06Recherche und Weltbau

Recherchiere so viel, wie die Geschichte braucht, und nicht mehr. Recherche fühlt sich produktiv an, ersetzt aber keine geschriebene Seite. Eine gute Regel: Recherchiere vorab das, was die Handlung trägt, und alles andere, wenn du beim Schreiben an die Stelle kommst.

Bei Fantasy und Science-Fiction baust du die Welt selbst: Geografie, Regeln, Geschichte, Gesellschaft. Wie du das angehst, ohne dich darin zu verlieren, zeigt der Ratgeber Worldbuilding.

07Die Rohfassung schreiben

Die Rohfassung darf schlecht sein. Ihr einziger Zweck ist, dass es sie gibt. Überarbeiten kannst du nur, was auf dem Papier steht.

  • Feste Zeiten: Schreib jeden Tag oder an festen Tagen zur selben Zeit. Gewohnheit schlägt Motivation.
  • Kleine Ziele: 300 bis 500 Wörter am Tag ergeben in einem Jahr einen Roman.
  • Nicht zurückblättern: Notiere Lücken und Fragen am Rand und schreib weiter.
  • Sprints: 25 Minuten konzentriert schreiben, dann Pause. Das überlistet den inneren Kritiker.

In Eloir Plus zählen Tagesziel und Sieben-Tage-Verlauf automatisch mit, und Randnotizen hängen an genau der Textstelle, zu der sie gehören.

08Überarbeiten in drei Durchgängen

Lass die Rohfassung einige Wochen liegen. Mit Abstand siehst du, was trägt und was nicht. Dann überarbeitest du vom Großen zum Kleinen:

  1. Struktur: Stimmt die Reihenfolge der Szenen? Fehlt ein Wendepunkt, ist die Mitte zu lang? Szenen umzustellen ist jetzt billig, später teuer.
  2. Szenen: Hat jede Szene ein Ziel, einen Konflikt und eine Veränderung? Szenen ohne Veränderung sind Kandidaten zum Streichen.
  3. Sätze: Erst jetzt feilst du an Wortwahl, Rhythmus, Dialogen und Wiederholungen. Lies dir Passagen laut vor oder lass sie dir vorlesen.

Prüfe zwischendurch die Kontinuität: Augenfarben, Namen, Wochentage, Reisezeiten, wer was wann weiß. Wie du Widersprüche systematisch findest, erklärt der Ratgeber Kontinuitätsfehler vermeiden.

09Testleser, Lektorat und Korrektorat

Testleser sagen dir, wo sie sich gelangweilt, verwirrt oder mitgerissen gefühlt haben. Frag nach Gefühlen, nicht nach Lösungen. Drei bis fünf Testleser aus deiner Zielgruppe reichen für ein klares Bild.

Das Lektorat arbeitet an Inhalt, Aufbau und Stil. Das Korrektorat kümmert sich zum Schluss um Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Im Verlag übernimmt beides der Verlag; im Selfpublishing beauftragst du es selbst.

10Veröffentlichen: Verlag, Agentur oder Selfpublishing

Für einen Verlag bewirbst du dich meist über eine Literaturagentur. Üblich sind ein Exposé, eine Leseprobe und ein Anschreiben. Die Leseprobe schickst du als Normmanuskript; wie das aussieht, steht im Ratgeber Normseite und Normmanuskript.

Im Selfpublishing veröffentlichst du selbst, etwa über Amazon KDP oder BoD. Dann brauchst du ein E-Book, einen druckfertigen Innenteil und ein Cover. Wie du den Innenteil setzt, zeigt der Ratgeber Buchsatz für KDP und BoD.

11Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Roman zu schreiben?

Das ist sehr unterschiedlich. Mit 500 Wörtern pro Schreibtag entsteht eine Rohfassung von 80.000 Wörtern in rund 160 Schreibtagen. Für die Überarbeitung solltest du mindestens noch einmal so viel Zeit einplanen.

Wie viele Seiten hat ein Roman?

Viele Romane haben 70.000 bis 100.000 Wörter, das sind etwa 280 bis 400 Normseiten. Im gedruckten Buch hängt die Seitenzahl zusätzlich von Format, Schrift und Satz ab.

Muss ich meinen Roman vorher komplett plotten?

Nein. Manche planen jede Szene, andere schreiben ohne Plan. Ein grobes Gerüst mit Anfang, Wendepunkten und Ende hilft aber fast allen, die Mitte zu überstehen.

Kann ich einen Roman auf dem Handy schreiben?

Ja. Mit Eloir schreibst du auf iPhone und Android weiter, wo du am Laptop aufgehört hast; das Buch gleicht sich über dein Konto ab und funktioniert auch offline.

Geschrieben vonIron SalehGeschäftsführer der NorthProfit UG, verantwortlich für Eloir

Iron Saleh führt die NorthProfit UG in Düsseldorf und verantwortet Eloir, den Schreibraum für Romane. Die Ratgeber entstehen aus der Arbeit am Produkt und aus den Fragen von Autorinnen und Autoren.

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