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Ratgeber · Schreibmonat

Schreibmonat November: 50.000 Wörter in 30 Tagen

Jedes Jahr im November nehmen sich Schreibende auf der ganzen Welt vor, in 30 Tagen 50.000 Wörter zu schreiben. Das ist sportlich, aber machbar, wenn du die Rechnung kennst, im Oktober ein wenig vorbereitest und im November nicht überarbeitest. Hier ist ein Plan, der auch dann trägt, wenn das Leben dazwischenkommt.

Iron SalehAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Für 50.000 Wörter im November brauchst du rund 1.667 Wörter am Tag, je nach Tempo eine bis zwei Stunden Schreibzeit. Bereite im Oktober Figuren, Schauplätze und ein grobes Gerüst vor, schreibe im November ohne zu überarbeiten und plane Puffertage ein. Wichtiger als die Zahl ist eine Rohfassung, an der du danach weiterarbeiten kannst.

01Warum ein Schreibmonat hilft

Die Idee geht auf eine Schreibherausforderung zurück, die 1999 begann: 50.000 Wörter in den 30 Tagen des Novembers. Ihr Kern ist einfach: ein festes Ziel, ein fester Zeitraum und die Erlaubnis, unperfekt zu schreiben.

Genau das fehlt vielen Romanprojekten. Ohne Frist wird überarbeitet, recherchiert und neu begonnen, aber das Manuskript wächst kaum. Ein Monat mit klarer Zahl verschiebt den Fokus vom perfekten Satz auf die fertige Rohfassung.

02Die Rechnung: 1.667 Wörter am Tag

50.000 Wörter geteilt durch 30 Tage ergibt rund 1.667 Wörter pro Tag. Wer im Schnitt 15 bis 25 Wörter pro Minute schreibt, braucht dafür reine Schreibzeit von etwa 70 bis 110 Minuten. Wenn du nicht jeden Tag schreiben kannst, verteilt sich die Menge auf weniger Tage:

Wörter pro Schreibtag für 50.000 Wörter im November
PlanSchreibtageWörter pro Schreibtag
Jeden Tag30rund 1.667
Jeden Tag mit drei Puffertagen27rund 1.850
Fünf Schreibtage pro Wocherund 22rund 2.300
Vier Schreibtage pro Wocherund 17rund 2.950

03Vorbereitung im Oktober

Im November fehlt die Zeit zum Nachdenken über Grundsätzliches. Kläre deshalb im Oktober, was du brauchst, um jeden Tag einfach loszuschreiben:

  • Figuren: Wer will was, und was steht im Weg? Zwei bis drei Hauptfiguren genügen für den Start (Figuren entwickeln).
  • Schauplätze: Die wichtigsten Orte mit ein paar sinnlichen Details (Worldbuilding).
  • Gerüst: Anfang, erster Wendepunkt, Mitte, Krise und Ende als fünf Eckpunkte (Plot planen).
  • Szenenliste: zehn bis zwanzig Szenen in Stichworten, damit du morgens weißt, womit du beginnst.
  • Schreibzeit: ein fester Zeitpunkt am Tag und ein Ort, an dem du nicht gestört wirst.

Wer lieber ohne Plan schreibt, braucht trotzdem einen Ausgangspunkt: eine Figur in einer Situation, die sich nicht von selbst auflöst.

04Schreiben im November

  1. Nicht überarbeiten. Was dir am nächsten Tag nicht gefällt, markierst du mit einer Notiz und schreibst weiter.
  2. Lücken markieren statt recherchieren. Ein Platzhalter wie „[Name des Hafens]“ hält den Fluss, die Recherche kommt im Dezember.
  3. Mitten im Satz aufhören. Wer weiß, wie es weitergeht, findet am nächsten Tag schneller hinein.
  4. In kurzen Sprints schreiben. 25 Minuten konzentriert, fünf Minuten Pause; drei Sprints ergeben oft schon das Tagesziel.
  5. Fortschritt sichtbar machen. Ein Balken oder eine Strichliste zeigt dir an schweren Tagen, wie weit du schon bist.

05Die schwierige Mitte

Viele verlieren in der zweiten und dritten Woche den Schwung: Die Anfangsbegeisterung ist verflogen, das Ende noch weit. Das ist normal und kein Zeichen, dass die Geschichte nicht trägt.

  • Schreibe die Szene, auf die du dich am meisten freust, auch wenn sie später kommt.
  • Bring einen Konflikt ins Spiel: Eine Figur trifft eine Entscheidung, die nicht mehr zurückzunehmen ist.
  • Senke für ein paar Tage das Tagesziel und hole es an einem längeren Schreibtag wieder auf.

06Nach dem Monat

50.000 Wörter sind eine starke Rohfassung, aber noch kein fertiges Buch; viele Romane haben 70.000 bis 100.000 Wörter. Lass das Manuskript ein bis zwei Wochen ruhen und lies es dann am Stück.

In der Überarbeitung prüfst du zuerst die großen Linien, dann Figuren und Fakten (Kontinuitätsfehler vermeiden) und erst zuletzt die Sätze. Für Verlage und Agenturen brauchst du am Ende eine Normseite.

07Der Schreibmonat in Eloir

In Eloir startest du den Schreibmonat unter „Ziele & Fortschritt“. Eloir zählt die neuen Wörter aus deinen eigenen Schreibsitzungen, zeigt das Tagestempo bis zum Ziel und markiert, wie weit du laut Plan heute sein solltest. Meilensteine wie die ersten 1.000 oder 10.000 Wörter feiert Eloir einmal.

  • Kostenlos: die Schreibmonat-Ansicht mit Ziel und Tagestempo, die Schreibwoche mit Spielraum statt Serie, deine erste Szene, Sicherung und Markdown-Export.
  • Mit Eloir Plus (14 Tage gratis beim Jahresabo): Weiterschreiben nach der ersten Szene für neue Konten, Verlauf, Tagesziel und Sprints, Steckbriefe für Figuren und Orte, Plot und Kontinuitätsprüfung sowie der Export als DOCX und EPUB.
  • In der App: auf Wunsch eine Erinnerung zu deiner üblichen Schreibzeit.

08Häufige Fragen

Wie viele Wörter muss ich pro Tag schreiben, um 50.000 Wörter im November zu schaffen?

Rund 1.667 Wörter an jedem der 30 Tage. Mit drei Puffertagen sind es etwa 1.850, an fünf Tagen pro Woche rund 2.300 Wörter pro Schreibtag.

Ist ein Roman mit 50.000 Wörtern fertig?

Meist ist er eine vollständige Rohfassung. Viele Romane haben 70.000 bis 100.000 Wörter; nach dem Monat folgen Ergänzung und Überarbeitung.

Was mache ich, wenn ich einen Tag verpasse?

Nichts Dramatisches: Verteile die fehlenden Wörter auf die nächsten Tage oder nutze einen Puffertag. Ein längerer Schreibtag holt oft mehr auf, als man denkt.

Darf ich an einem angefangenen Buch weiterschreiben?

Ja. Es zählen die neuen Wörter im November. Eloir rechnet sie aus deinen Schreibsitzungen, ganz gleich, wie lang das Buch schon ist.

Kostet der Schreibmonat in Eloir etwas?

Die Schreibmonat-Ansicht mit Ziel und Tagestempo ist kostenlos, ebenso Sicherung und Markdown-Export. Neue Konten schreiben nach ihrer ersten Szene mit Eloir Plus weiter – mit 14 Tagen gratis beim Jahresabo; ältere Free-Konten schreiben weiter kostenlos. Verlauf, Sprints und der Export als DOCX und EPUB gehören zu Eloir Plus.

Geschrieben vonIron SalehGeschäftsführer der NorthProfit UG, verantwortlich für Eloir

Iron Saleh führt die NorthProfit UG in Düsseldorf und verantwortet Eloir, den Schreibraum für Romane. Die Ratgeber entstehen aus der Arbeit am Produkt und aus den Fragen von Autorinnen und Autoren.

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